Hommage
an das Rückenschwimmen in der Nähe von Chicago
und anderswo.
Gedichte. Bern: Verlag X-Time 2007.
[Rezensionen]
von Anton Raaflaub | Erschienen im Anzeiger von Saanen
12.11.09
Der in Biel wohnhafte Walliser Rolf Hermann liest
aus seinem 2007 erschienen Gedichtband „Hommage an das Rückenschwimmen in der Nähe von Chicago und anderswo“. Der Titel ist Programm. Hermann verarbeitet in seinen Gedichten Sprache zu Collagen, setzt Alltägliches neu zusammen, vermischt es mit Merkwürdigem und Unmöglichem, zerrt das Unbedeutende ans Licht und gibt ihm eine neue Bedeutung. Alles wurde möglich in den zwölf „Billigen Improvisationen“, die der in Biel wohnende Autor vorlas. Auch die Frage, ob ein hart gekochtes Ei der Interpretation bedürfe, wenn es in Aluminiumfolie eingepackt sei. Bei Hermann ist aber der Humor nicht weit von der Melancholie entfernt, der Surrealismus nahe bei allzu bekannten Bildern und Vorstellungen. Er versuche, sagte er, Hindernisse und Vorurteile mit einem Lachen zu überwinden. Gelingt ihm das? Ja, es gelingt ihm. Hermanns Lyrik zeigt, dass Gedichte auch in unserer Zeit ihren Platz haben, besser gesagt, immer haben werden. Die Texte der Rapper und der Slam Poeten haben ihre Spuren bei Rolf Hermann hinterlassen, auch Hanns Dieter Hüsch dürfte Pate gestanden sein. Im Gedichtband sind neben den Texten auch Bildcollagen des Autors zu finden, die Hermanns Lyrik ergänzen und illustrieren – eine Welt,
die zu entdecken sich lohnt.
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von Pia Zeugin | Erschienen im Bieler Tagblatt
14.02.09
Es ist jener Ansatz, Alltäglichem Beachtung zu schenken, ihm übergeordnete Bedeutung zuzumessen
und eine offene Geschichte zu erfinden, der sich
auch in Hermanns Literatur findet. «Was mich betrifft,
so bekenne ich,/ es fällt mir schwer, die Schuhe/
zu binden und die Selbstgespräche/ auf verschiedene
Stimmen zu verteilen.», lautet die erste Strophe aus «Monolog». Assoziativ schreibe er, das Spielerische
in der Sprache und die Komik seien ihm wichtig.
Für seinen Gedichtband «Hommage an das Rückenschwimmen in der Nähe von Chicago und anderswo», 2007 erschienen, hat er unter anderem
Biel und den Jura durchwandert und die weitere
Umgebung thematisiert. Er ist Beobachter im Dienste
der Wahrnehmungsschärfung.
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Ein Walliser Dichter, in dessen Werk sich das Reale
dem Surrealen selbstverständlich anvertraut, weil
sie sich in seinen Augen immer auch gegenseitig
schöpfen. Aus der Betrachtung des scheinbar
Gewöhnlichen entstehen Verse, die sich vom Äußeren
ns Innere der Ansichten vorwagen: "Die besten
Gedichte entstehen immer, / wenn sie im Halbschlaf
über die Tastatur wandern. / Dann sind sie hungrig
und haben die Abfahrtszeiten / längstens vergessen."
José F.A. Oliver, Hausacher LeseLenz 08
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Verschnupfte Venus
Von Beatrice Eichmann-Leutenegger | Erschienen in Der Bund 17.10.07
Rolf Hermann. Es gibt Gedichte zu entdecken, die muten wie Stillleben an und lassen einen meditativ veranlagten Autor vermuten, der sich ans Prinzip Langsamkeit hält. Einfache Handlungen des Alltags reihen sich aneinander, aber unversehens kann das ruhige Arrangement kippen und sich mit anderen Imaginationen überlagern.
Rolf Hermann, 1973 in Leuk-Susten geboren und heute in Biel lebend, überführt seine Gedichtwelten im Debütband «Hommage an das Rückenschwimmen in der Nähe von Chicago und anderswo» (Verlag X-Time 2007, 120 S., Fr. 20.–) in surrealistische Bereiche; wie in Salvador Dalís berühmtem Bild können auch hier Schubladen weit aus dem Brustkorb hängen.
Beim Lesen dieser Gedichte darf gelacht werden, denn voller Schabernack und Fabulierlust mixt Hermann seine Einfälle und scheut nicht vor «billigen Improvisationen» zurück, in denen sich sein Zimmer in ein Museum verwandelt: «Unbekümmert fange ich ein Gespräch / mit der Venus an. Auch sie ist leicht verschnupft / und beklagt sich über den Durchzug / in diesen hohen, türlosen Sälen.»
Die locker im Buch verteilten kunstvollen Collagen gebärden sich ebenfalls spielerisch, indem sie ungeahnte Nachbarschaften herstellen. Dabei werden die Namen ihrer Urheber zur Kenntlichkeit entstellt und fiktive Museen erwähnt.
Allerdings kann dieser Autor noch ganz andere Tonlagen wählen. Mehrmals reflektiert er sein eigenes Tun: «Schreiben, um dieselben Wege / noch einmal barfuss zurückzulegen.» Wundersam berührt uns, wenn er «sich in die Unmittelbarkeit hinein schreibt / die uns jeden Tag mit ihrem Flügel streift / sanft und fast wirklich».
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«Im Banalen das Schöne finden»
Von Lothar Berchtold | Erschienen im Wallliser
Bote 01.05.07
Rolf Hermann und sein Buch «Hommage an das
Rückenschwimmen in der Nähe von Chicago und
anderswo»
Wer «Rückenschwimmen» im Titel
seines ersten Gedichtbands verewigt, kommt um eine ganz
bestimmte Frage nicht herum: Schwimmen Sie gerne, Rolf
Hermann? «Ja, teils – wenn es nicht allzu
lange dauert. Denn Schwimmen ist anstrengend»,
sagt Autor von «Hommage an das Rückenschwimmen
in der Nähe von Chicago und anderswo».
Doch auf dem Rücken im Wasser liegen, die Augen
am Himmel und in der Umgebung wandern zu lassen –
dies sei schon schön, fügt der Oberwalliser
Autor hinzu, der in Biel lebt und arbeitet.
«Üben und üben – und sich
erfreuen»
Schwimmen und Literatur machen – wo liegen die
Parallelen? «Für beides gilt: Üben,
üben und üben», findet Rolf Hermann.
«Und von Zeit zu Zeit inne halten, sich ausruhen,
zufrieden sein und sich ganz einfach erfreuen»,
sei dabei nicht zu unterlassen. Dass Rolf Hermann das
Schreiben als grössere Herausforderung empfindet
als das Schwimmen ist verständlich.
«Gedicht – ein dehnbarer Begriff»
46 Gedichte sind es, die Rolf Hermann in seinem Buch-Erstling
verewigte. Was bei deren Lektüre auffällt:
Sie kommen zuweilen schon fast als Kurzgeschichten daher.
«Der Begriff ‹Gedicht› ist dehnbar»,
meint der Autor. Versmass und Reim als etwas Gottgegebenes
hinzunehmen, dies ist nicht sein Ding. «Texte
sollen Freiraum schaffen», lautet die Devise.
Was
heisst, dass irgendein Gedanke Grenzen öffnet und
Zäune missachtet, des Lesers Fantasie zum Laufen
bringt und eigene Geschichten entstehen lässt.
Ihm gehe es in seinem literarischen Schaffen darum,
«Einschränkungen zu durchbrechen.
«Alles ist möglich»
Macht sich Rolf Hermann ans Schreiben, kennt er keine
Grenzen. Ob räumlich oder zeitlich – er wechselt
von einer Ebene in die andere, vermischt und verwischt
alle Ebenen. «Alles ist möglich», dies
ein Leitsatz, dem er dabei folgt. So kann das Zähneputzen
zum Gespräch mit einer Venusstatue führen,
können Sätze sich im Schneetreiben verlieren
oder lässt blaue Farbe in einer Muschel ein Meer
entstehen.
Vom Alltäglichen hin zum...
Inhaltlich führt der Alltag Regie in den Gedichten
Rolf Hermanns. Allerdings – allzu sicher sollte
man sich beim Geniessen dieser Werke nicht fühlen.
Denn immer wieder durchbricht der Autor die scheinbare
Sicherheit, in der der Leser wandelt. Alltägliche
Handlungen beschreiben, durch irgendeinen Gedanken das
Ganze zum Kippen bringen und dabei alles offen lassen
– dies so etwas wie das «Rezept» dieser
Gedichte.
...zu etwas, das Welten öffnet
Das Alltägliche in Worte zu fassen sei
ein Weg, der «dich vorwärts bringen kann»,
findet der Autor. Ein Weg auch, der zu unbekannten Ufern
zu führen vermag. Was der Autor dabei anpeilt?
«Das Schöne im Banalen finden», lautet
die Antwort. Wie Rolf Hermann diesen «Weg vom
Banalen zum Schönen » erlebt? «Es gibt
Momente, in denen du Sätze hervorbringst, welche
dir unter die Haut gehen», sagt er. «Und
dabei können sich dir ganze Welten öffnen»,
fügt er hinzu.
«Es geht nicht um Erkenntnis»
Rolf Hermann ist ein aufmerksamer Zeitgenosse. Beobachtet
gut und gerne, vermag Bögen zu spannen zwischen
Banalem und Unerwartetem. Was seinen Gedichten anregende
Wirkung verleiht, was beim Leser eigene Geschichten
und Erinnerungen in Gang zu setzen vermag. Um was es
ihm in seinem literarischen Schaffen eigentlich geht?
«Sicher nicht um Erkenntnis», antwortet
er. «Und ja nicht darum, irgendwen in seinem Denken
und Empfinden einzuschränken», betont er.
Sondern letztendlich darum, die Sinne anzusprechen,
sie zum Vibrieren zu bringen.
«Mal besser, mal weniger gut...»
Üben, üben und üben – wer Literatur
macht, muss «ständig dran bleiben»,
wie Rolf Hermann meint. «Ob etwas Aufgeschriebenes
dann einmal Einlass findet in ein Gedicht oder eben
nicht – dies zeigt sich jeweils mit der Zeit»,
sagt er. Und wie es so ist mit dem Schreiben : «Mal
geht es besser, mal weniger gut», sagt der Autor.
Soll noch einer sagen, zwischen Schwimmen und Schreiben
gäbe es wenig Parallelen.
Textprobe
Prolog
Ich mache ein paar unförmige Kreise
mit einem Kohlestift in mein Tagebuch
und schreibe darunter «Vorwort zu einem Gedichtband».
Ich summe ein Lied und nenne es «Gedicht Nr. 143»
und in einer halbierten Austernmuschel
verdünne ich etwas blaue Farbe mit Wasser
und sage dreimal laut das Wort
«Adria» vor mich her und siehe da:
Es entsteht ein Meer.
(aus dem Gedichtband: Hommage an das Rückenschwimmen
in der Nähe von Chicago und anderswo. Bern: Verlag
X-Time 2007.)
Hinweis: Lesung in Leuk-Stadt
Kommenden Freitag stellt Rolf Hermann sein Buch «Hommage
an das Rückenschwimmen . . .» in Leuk-Stadt
vor: Die Lesung findet im Rathaus statt, steht allen
Interessierten offen und beginnt um 20.00 Uhr. Für
die musikalische Begleitung zeichnet André Pfamatter
verantwortlich.
Erschienen ist «Hommage an das Rückenschwimmen
. . .»
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Lesetipp
Von Olivier Messerli | Erschienen im Biel-Bienne
09.05.07
Hommage an das Rückenschwimmen in der Nähe
von Chicago und anderswo
Wer seinem Gedichtband einen solch zauberhaft absurden
Titel gibt, hat bei mir schon gewonnen. Der in Biel
lebende Walliser Autor Rolf Hermann nimmt den Leser
in seinem literarischen Debut mit auf eine Reise, wo
Alltägliches zu Wunderbarem wird. Da beginnt das
Leben in einer 0.75l Thermosflasche, die der Autor auf
dem Bauch trägt, Grillen zirpen aus dem Inneren
eines Klaviers und eine sechsarmige Göttin, die
auf dem Schrottplatz Abgasrohre stapelt, singt: Je commence
à être amoureuse du Tango. Ich singe: Ich
bin verliebt ins Rückenschwimmen.
Der Autor liest am 11.5.07, 19h15 in der Buchhandlung
Lüthy in Biel aus seinem Debüt vor.
Rolf Hermann, Hommage an das Rückenschwimmen
in der Nähe von Chicago und anderswo. Gedichte.
Bern: Verlag X-Time 2007. ISBN 978-3-909990-19-1. Erhältlich
in jeder Buchhandlung, bei www.verlagxtime oder beim
Autor: www.rolfhermann.ch.
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Gedichte aus Chicago im Fries
Von Carole Schneuwly | Erschienen in den Freiburger
Nachrichten 10.10.07
Der Walliser Dichter Rolf Hermann hat dieses Jahr
mit einem Lyrikband sein Erstlingswerk vorgelegt. Am
Donnerstag gibt er eine Lesung im Centre Fries in Freiburg.
Wenn Rolf Hermann am Donnerstag im Centre Fries aus
seinem Gedichtband «Hommage an das Rückenschwimmen
in der Nähe von Chicago und anderswo» liest,
so ist das für ihn ein bisschen wie eine Heimkehr:
Während seines Anglistik- und Germanistik- Studiums
an der Uni Freiburg habe er gelegentlich Lesungen im
Centre Fries besucht, sagte er gegenüber den FN.
Dass er jetzt selber hier lesen dürfe, bedeute
ihm viel. Begleitet wird Hermann bei der Lesung vom
Pianisten André Pfammatter.
Die Texte, die der gebürtige Walliser, der heute
in Biel lebt und arbeitet, vortragen wird, stammen allesamt
aus seinem im vergangenen Mai erschienenen Erstlingswerk.
Darin finden sich knapp 50 Gedichte und elf Collagen
als Illustrationen. Die Gedichte sind zwischen 2002
und 2007 entstanden und sind eine Mischung aus Alltagsbeobachtungen
und Wunderbarem, scheinbar Unbedeutendem und Bedeutungsvollem.
Seine Inspiration finde er im täglichen Leben,
so Hermann, etwa beim Spazierengehen, beim Lesen oder
beim Musikhören. Das Ergebnis bezeichnet er selbst
als «Wahrnehmungssprünge», die nicht
immer auf Anhieb nachvollziehbar seien.
Centre Fries, Wilhelm-Techtermann-Gasse 8,
Freiburg. Do., 11. Oktober, 21 Uhr. Weitere
Informationen:www.rolfhermann.ch.