«Am Tag vor meiner Abreise»: Zum Leben und Werk

von Hannes Taugwalder. Doppel-CD. Visp: romm 2008.

[Rezensionen]

von Pia Zeugin | Erschienen im Bieler Tagblatt

14.02.09

... Der 35-jährige Hermann hat, obwohl vor 15 Jahren

weggezogen, nie den Bezug zu den Wallisern verloren.

In der eben erschienenen Doppel-CD «AmTag vor

meiner Abreise» porträtiert er in Zusammenarbeit

mit Michael Stauffer den von den Wallisern als

ihren Heimat-Schriftsteller empfundenen Hannes

Taugwalder, der vor zwei Jahren als 97-Jähriger

starb. Das Erzählen seiner Biografie macht den in

Aarau lebenden Zermatter Fabrikanten selbst zur

Romanfigur. Das nicht spektakuläre, aber durch

die Wahrnehmung Taugwalders als Besonderheit

liebevoll wahrgenommene eigene Leben bleibt dem

Zuhörer in Erinnerung. Die Erzählungen und Geschichten,

philosophischen Bücher und Liedtextsammlungen

sind voller Schalk, Mitgefühl und Neugier. ...

***

In fünfzig Minuten ein Jahrhundert besichtigt

Von Marco Guetg | Erschienen in der Aargauer

Zeitung 22.11.08

LITERATUR Hommage an den Schriftsteller Hannes

Taugwalder (1910–2007) mit einer Doppel-CD. Die

eine enthält ein Hörspiel über sein Leben und Werk,

die andere vermittelt einen Querschnitt durch sein

Werk.

Viermal haben sie sich getroffen und jeweils vier Stunden

miteinander gesprochen, über sein Werk, sein Leben,

den nahen Tod. Die Gesprächspartner: Hannes Taugwalder,

Zermatter Schriftsteller mit Wohnsitz in Aarau, der im

November 2007 im Alter von 97 Jahren gestorben ist,

und Rolf Hermann (35), Walliser und Autor auch er.

DAS WAR 2006, und das Gespräch fand zu einem

«merkwürdigen Zeitpunkt» statt, wie sich Rolf Hermann

erinnert. «Hannes Taugwalder wusste, dass er nicht

mehr lange leben wird. Er war sehr offen und direkt

und gab bereitwillig Auskunft.» Inzwischen hat Rolf

Hermann die Tonbandprotokolle gemeinsam mit

Michael Stauffer (36) gesichtet, ausgewertet

und zu einem Hörspiel erweitert. Es heisst

«Porträt mit Heuschrecken: Eine Hommage an

Hannes Taugwalder» und ist als CD erhältlich,

ergänzt durch die Sprech-CD «So ist das Leben»

mit einer stimmigen Auswahl von Texten von

Hannes Taugwalder, Gedichten und Gidicht,

Gidankuschplitter und Gedankensplittern, Fabeln

und Fablä, die seine Vielseitigkeit wie seine Liebe

zur Zermatter Mundart dokumentieren.
Bekannt wurde Hannes Taugwalder vorerst

tatsächlich durch seine Mundartgedichte. Das hat

ihm – vor allem im Wallis – auch den Ruf eines

Heimatdichters eingetragen – «was

er aber nicht war», sagt Rolf Hermann und zählt

auf: «Von seinen 35 Büchern sind lediglich 4

Gedichtbände und ein Band mit Fabeln in Mundart

geschrieben.» Taugwalder sei ein «vielfältiger

Schriftsteller gewesen, der der Volkskultur zwar

sehr nahestand, sich von ihr aber auch gelöst hat».

SEIN HAUPTWERK sind vier autobiografische Romane,

der bekannteste «Das verlorene Tal». Diese Romane

liefern auch den Stoff für das Hörporträt des

Autorenduos Hermann/Stauffer. Über zwölf Stationen

wird in fünfzig Minuten ein Jahrhundert besichtigt.

Wir hören den alten Hannes Taugwalder von seiner

Familie und seiner Kindheit erzählen, wie er Bergführer

werden wollte, ein Armbruch mit Komplikationen ihn

jedoch zu einem anderen Beruf zwang; wir erfahren

von seinem Hirtendasein, von seiner Bewunderung

für Käfer und Blumen; wir kriegen mit, wie ihn die

Liebe packt, was er zum «Schreiben und Denken»

findet, mit Glaubensträgern hadert, sich mit Briefen

einmischt...
Die Tonalität in diesem Hörspiel wechselt ständig.

Hannes Taugwalder berichtet bedächtig und auf

Schweizerdeutsch. Barbara Heynen liest mit Walliser

Einfärbung auf Hochdeutsch Passagen aus

autobiografischen Romanen, das alles kontrastiert

von bühnendeutschen Kommentaren (Michael Hasenfuss).

Der biografische Streifzug bringt einem Hannes

Taugwalder sehr nahe, aber nie zu nahe. Selbst die

zwölfte Station «Abschied» hat absolut nichts

Voyeuristisches, sondern ist einfach berührend.

Im Januar 2007 spricht Hannes Taugwalder mit

schwacher Stimme auf Hermanns Telefonbeantworter:

«Es geht mir schlecht. Ich werde diesen Herbst sterben.»

Im November wurde er in Zermatt zu Grabe getragen.

Am Tag vor meiner Abreise
Zum Leben und Werk von Hannes Taugwalder.
Doppel-CD. Rotten-Verlag,
Visp. Fr. 40.–.

Vernissage Mittwoch, 26. 11.,
19 Uhr Restaurant Einstein, Aarau


***


«...und nicht nur für sich alleine denkt» - «Am Tag
vor

meiner Abreise»: Die Hannes-Taugwalder-Doppel-CD

ist auf dem Markt

Von Lothar Berchtold | Erschienen im Walliser Bote

29.11.08

Wenn d’ Zitig
üftüesch,
gib dra zerscht
rächts und lings
eis um d’ Ohre.
Schi list schich
derna vil liächter.

Hannes Taugwalder (1910–2007)


Weite erobert sich den Raum, gleichzeitig schwingt

unaufdringlich Nähe mit; Berge beginnen zu wachsen

und Wiesen nach Sommer zu duften; ein rauer Bergwind

wird spürbar, Plätschern und Hüpfen des Bergbachs

machen sich bemerkbar. Und plötzlich sind mir die

eigenen Gedanken davongesegelt: Raus aus dem

recht kühlen Saal – und auch das eisig kalte Draussen

ist schon vergessen.

*

Immer wieder erstaunlich, was Musik zustande bringt –

dies der Gedanke, der mich in den Saal zurückbringt.

Dorthin, wo Ephraim Salzmann hinter seinem Hackbrett

hockt, die klein-feinen «Schlägel» über die Saiten hüpfen

lässt und diesen jene Töne entlockt, die mich von Berg

und Sommer träumen lassen.

*

Der Musiker spielt vorerst mal zur Begrüssung der

Gäste. Dann als bereichernde Untermalung von Texten.

Und das Ganze zu Ehren jenes Mannes, der zwar

nicht im Saal, aber trotzdem anwesend ist: Hannes

Taugwalder, der Dichter und Denker aus Zermatt,

1910 geboren, 2007 verstorben. Dessen Leben und

Werk haben in der Doppel-CD «Am Tag meiner Abreise»

Niederschlag gefunden. Und diese Hommage wird

jetzt aus der Taufe gehoben: Am Donnerstagabend,

dem 27. November 2008, mit Autor und Regisseur

Rolf Hermann als Moderator, dem Schauspieler

Daniel Mangisch als Sprecher und Ephraim Salzmann,

dem Hackbrettspieler.

*

Er habe mit der Person von Hannes Taugwalder

einen «sympathischen älteren Herrn» kennengelernt,

blickt Rolf Hermann zurück. Gesteht dabei, dass er

eigentlich erst vor nicht allzu langer Zeit diesen

Schriftsteller so richtig entdeckt habe. Ausgangspunkt

des CD-Projekts sei ein Gedicht gewesen, erklärt

Rolf Hermann dem Publikum. Nämlich jenes übers

Zeitungslesen, dieser witzig-ernste Siebenzeiler.

Und dann erzählt er von seinen Begegnungen mit

dem Zermatter Dichter, vom Entstehen des

Tonträgers «Am Tag vor meiner Abreise» (siehe

WB vom 8. November 2008). «Sich diesem

vielseitigen Menschen annähern», dies sei

das Ziel gewesen, das er mit dem ganzen Team

angepeilt habe. Ziel erreicht – meine

Feststellung zu nächtlicher Stunde beim Reinhören

in diese Arbeit.

*

Was literarische Lesungen stets zeigen: Gute

Texte werden erst dann so richtig zum Genuss,

wenn sie auch gut vorgetragen werden. Und mässig

gelesen verkümmert jede gute Zeile. Nun,

Schauspieler Daniel Mangisch gehört zu jenen

Zeitgenossen, welche die «Kunst des guten

Vortragens» beherrschen. Was nicht allein mit

gekonnter Aussprache zu tun hat. Sondern

mit der Fähigkeit, ein Gedicht oder ein Stück

Prosa sozusagen zu leben. Wobei Körpersprache

ebenso ins Spiel kommt wie die Mimik.

*

Mehr als nur gelungen also, wie Daniel Mangisch

da Taugwalders «Schtrafflä» zum Leben erweckt

und sie mutig werden lässt, wie er den Herbst

schier greifbar und über Politiker sich lustig

macht. Und wie er mit «Ds letscht Gidicht» jene

Nachdenklichkeit verbreitet, die ebenso viel Respekt

wie Dankbarkeit für die Taugwalder-Texte kundtut.

Was das rund 70- bis 80-köpfige Publikum im alten

Werkhof beweist: Es kann zuhören. Und zwar still

und aufmerksam.

*

Eine besondere Stimmung macht sich in jenen

Momenten breit, in denen ab CD die Stimme von

Hannes Taugwalder ertönt. Menschen seien da,

um sich zu öffnen und Kontakte zu haben, sagt

er, wenn er übers Schreiben spricht. Es sei von

der Natur gewollt, dass das menschliche Wesen

sich um Kontakte bemühe «und nicht nur für sich

alleine denkt», bekommt das Publikum zu hören.

Was in seinen Büchern stehe, «ist wahr», sagt

der Dichter.

*

Hannes Taugwalder hätte gewiss grosse Freude

an dieser Doppel-CD, genauso wie an Ephraim

Salzmanns Hackbrettspiel: Dieser Gedanke begleitet

mich heimwärts. Ob Hannes wohl irgendwo zufrieden

lächelt?


***


«Eine Vielseitigkeit, die fasziniert»

Von Lothar Berchtold | Erschienen im Walliser Bote

08.11.08

Der Oberwalliser Autor Rolf Hermann und seine

Begegnungen mit dem Zermatter Schriftsteller

und Denker Hannes Taugwalder, der heute vor

einem Jahr in seinem 97. Altersjahr verstarb

Den Menschen Hannes Taugwalder in Worte zu

kleiden – ein Ding der Unmöglichkeit, findet Rolf

Hermann. «Dieser Schriftsteller und Denker

war eine Persönlichkeit, deren Vielseitigkeit

fasziniert», sagt der in Biel lebende Albiner

Autor. Und setzte sich zum Ziel, dem Zermatter

Schriftsteller ein Denkmal zu setzen: Eine

Doppel-CD (siehe Kasten) mit Texten von

und über jenen Mann, der am 8. November

2007 in seinem 97. Lebensjahr das Zeitliche

segnete.

Rolf Hermann weilte zwischen Januar und Juni

2007 mehrmals bei Hannes Taugwalder in dessen

Zuhause in Aarau. Er erlebte ihn als Menschen,

«der wusste, dass es mit ihm zu Ende geht –

und der reden wollte.»

Was ihn an der Person Hannes Taugwalder interessierte,

wie er Zugang zu dessen Schaffen fand und wie er

das literarische Schaffen des Zermatters einschätzt –

wir unterhielten uns darüber mit Rolf Hermann.

Am Anfang stand der «Gwunder»

Was ihn bewog, sich mit Hannes Taugwalder und

dessen Schaffen vertieft auseinanderzusetzen?
Rolf Hermann blickt zurück: «Hannes Taugwalder

war mir schon als Kind ein Begriff. Seinen Texten

begegnete ich jedoch – in der Anthologie ‹Talwind›
und ‹Mundartliteratur der Schweiz› – später mit

grösserem Bewusstsein. So gab in erster Linie

mein ‹Gwunder› den Ausschlag, mich mit dem

literarischen Schaffen dieses Menschen

auseinanderzusetzen.» Als Rolf Hermann sich

so richtig bewusst wurde, dass da ein inzwischen

96 Jahre alter Mann immer noch schreibt und
schreibt, stand für ihn fest: «Ich wollte mit

ihm Kontakt aufnehmen.»

«Geschwächt, aber erfreut»

Wie er den Menschen Hannes Taugwalder bei

den verschiedenen Begegnungen in Aarau erlebte?
«Er war sich bewusst, dass sich sein irdisches

Dasein dem Ende näherte. Hannes Taugwalder

wirkte zwar geschwächt, aber auch erfreut

darüber, dass ich in Kontakt trat mit ihm.»
Welches Bild sich aus diesen Begegnungen

und Gesprächen mit Hannes Taugwalder

herausschälte? «Ich war seit jeher fasziniert

von der Vielseitigkeit dieses Menschen. Genauso

packend fand ich dessen Widersprüchlichkeit »,

beginnt unser Gesprächspartner und fährt fort:
«Diese Vielfalt im Schaffen zeigte sich zum

einen in den verschiedenen literarischen Formen,

in denen sich Hannes Taugwalder zu Hause fühlte.

Er vermochte sich in Gedichten ebenso auszudrücken

wie in Fabeln oder Romanen. Von Traurigem bis

zum Witzigen – er beherrschte die ganze Palette.

Zum andern wagte er sich auch an religiöse und

philosophische Themen. Und Jahr für Jahr ein

Buch zu veröffentlichen – das muss jemand erst

mal machen.»

Hier die Nostalgie, dort Zweifel und Kritik

Was in Taugwalders Werk immer Ausdruck fand –

dessen Beziehung zum Wallis. Also zu seiner Heimat.

Wie Rolf Hermann diesen Aspekt einordnen würde?
«Was für mich klar ist: Ein Heimatdichter war Taugwalder

deswegen noch lange nicht. Aber sein Verhältnis zu

seiner Walliser Heimat empfinde ich als ambivalent.»
Was er damit meine? «Zum einen war da die

nostalgische Seite im Schreiben von Hannes

Taugwalder. Diese bezog sich jedoch praktisch

immer auf das Landschaftlicheund Geografische.

Zum andern finden sich immer auch Zweifel

und Kritik am Fortschritt. Also Worte gegen

den Massentourismus und die Verschandelung

der Landschaft.»

«Auch die eigene Kindheit»

Besonders spannend empfindet Rolf Hermann

die philosophische Auseinandersetzung, die
vor allem das Spätwerk des Zermatter Dichters

und Denkers prägte. Was ihm zudem auffiel:

«Die Auseinandersetzung mit der eigenen

Kindheit war für Hannes Taugwalder

irgendwie zentral», findet er. Und verweist

dabei auf jene Arbeiten, in denen die

autobiografischen Züge besonders ausgeprägt

sind: «So erinnerte er sich in seinem ‹Das

verlorene Tal› mit viel Schalk, Mitgefühl

und Nostalgie an seine Kindheit.»

«Diese Vielfalt zeigen»

Was Rolf Hermann letztendlich bewog,

Hannes Taugwalder mit einer Doppel-CD zu

ehren und dessen Schaffen in gesprochenen

Worten zu verewigen?
«Die Absicht war, die Vielfalt dieses Dichters

und Denkers zu zeigen. Eines Menschen, der
sich seinerzeit ans Schreiben machte, statt

in Pension zu gehen.» Und dass sich Hannes

Taugwalder über die Verwirklichung dieses

Projektes freuen täte – wer ihn kannte, ist

sich dessen sicher.

«Am Tag vor meiner Abreise» - Doppel-CD

zum Leben und Werk von Hannes Taugwalder

‹«Am Tag vor meiner Abreise»›: Zum Leben und Werk

von Hannes Taugwalder», nennt sich die Doppel-CD,

die sich dem Schaffen und Dasein Taugwalders

auf zwei unterschiedliche Arten annähert: Zum einen

mit «Porträt mit Heuschrecken» als Hommage

in Form eines Hörspiels, zum andern mit «So ist

das Leben» als Sprech-CD, auf welcher Texte

von Hannes Taugwalder zu hören sind.

Hörspiel und...

Das Hörspiel auf der CD 1 (47 Minuten) stammt

von Rolf Hermann und Michael Stauffer, welche

dabei Texte von Hannes Taugwalder benutzten.

Die beiden Autoren halten Zwiesprache mit dem

Zermatter Dichter und zeigen diesen von seiner

zurückhaltenden und weltoffenen Seite. Dabei

spricht Taugwalder von seiner Bewunderung

für Käfer und Blumen, erteilt Auskunft über

sein Schreiben und erzählt von der Beschaffung

des idealen Grabsteins.

...Rezitation

Auf der CD 2 «So ist das Leben» (65 Minuten)

rezitieren Annelore Sarbach und Daniel Mangisch

eine stimmige Auswahl von Taugwalder-Texten:

Humorvolles folgt auf Nachdenkliches, Anekdotisches

reiht sich an Kritisches, Meditatives steht neben

Groteskem. Bereichert wird das Ganze mit Musik

von Ephraim Salzmann.

Am 27. November in Brig

Die CD-Taufe dieser romm-Produktion erlebt zwei

Auflagen: Am 26. November wird das Werk im

Restaurant «Einstein » in Aarau (Beginn: 19.00

Uhr) vorgestellt. Am Donnerstag, dem 27. November,

wird «Am Tag vor meiner Abreise» im Alten Werkhof

in Brig präsentiert. Mit dabei sind in der Simplonstadt

Rolf Hermann (Autor und Regisseur), Daniel Mangisch

(Sprecher) und Ephraim Salzmann (Musik). Der

Besuch dieser CD-Taufen steht allen Interessierten

offen und ist nicht mit Kosten verbunden.

Der Dichter und Denker Hannes Taugwalder, am

21. Dezember 1910 in Zermatt geboren und am

8. November 2007 in Aarau verstorben, absolvierte

die Handelsschule in Zürich, leitete ein Warenhaus

und eine Strickwarenfabrik. Später war er

selbstständiger Fabrikant von Damen und

Kinderkleidern. Nach seiner Pensionierung

bestätigte er sich ausschliesslich als Schriftsteller.

Innert dreier Jahrzehnte entstand ein

beeindruckendes Lebenswerk: Romane,

autobiografische Erzählungen, Gedichtbände,

Sachbücher, philosophische Bücher sowie Mundart-

und Liedtextsammlungen. Hinzu kamen mehrere

Theater und Hörspieltexte sowie ein Drehbuch.

Als bekanntestes Werk gilt «Das verlorene Tal»,

das ins Französische, Englische und Japanische

übersetzt wurde. In diesem Roman schildert

der Autor sein Hirtendasein auf den Alpen

rund um Zermatt und gibt einen Einblick in

den Alltag einer Bergbauernfamilie in den

Jahren nach dem Ersten Weltkrieg.

Ds letscht Gidicht

Ich müäss dich
fasch binidu.
Ich müess gaa,
aber du chasch blibu.


Lüeg jetzt, s chunnt no
der letschtuscht Cheer.
Är macht miär
der Abschied schweer.


Der eigund Tod
tüesch ja ärläbu,
dü aber müäsch
minä ärträgu.

Drum gimmär d Hand
und hab mi fescht.
Der Wind faart scho
in di dirru Äscht.


Hannes Taugwalder

Dieses Werk stammt aus dem Nachlass von

Hannes Taugwalder und ist nach Angaben

von Rolf Hermann das letzte Gedicht, das

Hannes Taugwalder schrieb.

Die Macher

Für das Hörspiel «Porträt mit Heuschrecken»

zeichnen R. Hermann und M. Stauffer verantwortlich.

Rolf Hermann (1973) studierte Anglistik und

Germanistik und lebt und arbeitet in Biel. Er

schreibt Lyrik, Prosa, Performance-Texte

sowie Hörspiele. Nebenbei erstellt er einen

Museumskatalog nach eigenen Regeln.

Michael Stauffer (1972) studierte Deutsch,

Französisch und Bildnerisches Gestalten. Seit

1999 ist er ausschliesslich künstlerisch tätig:

Er macht Prosa, Lyrik, Hörspiele, Theaterstücke

sowie Performances und singt und improvisiert.